Die richtige dichtungsring der Dichtungsring sollte anhand der Betriebsbedingungen der Anlage ausgewählt werden, nicht einfach nach der Größe. Temperatur, Druck, Medium, Bewegung, Einbauraum und Verschmutzungsgrad beeinflussen alle, ob ein Dichtungsring zuverlässig funktioniert. Bei industriellen Anwendungen sollte der Auswahlprozess mit der Betriebsumgebung beginnen und dann schrittweise zu Werkstoff, Profil, Abmessungen und Lieferantenkompetenz übergehen.
Eine Dichtung, die auf einer Zeichnung geeignet erscheint, kann sich beim Inbetriebnehmen der Maschine völlig anders verhalten.
Beginnen Sie mit dem Medium – nicht mit dem Dichtungswerkstoff
Eine der ersten Fragen bei der Dichtungsauswahl lautet: Welches Fluid kommt mit der Dichtung in Kontakt?
Hydrauliköl, Mineralöl, Wasser, Fett, Kraftstoff, Chemikalien und Druckluft können sehr unterschiedliche Auswirkungen auf Elastomermaterialien haben.
Zum Beispiel wird NBR häufig bei Anwendungen mit Mineralölen und Schmierstoffen eingesetzt, während FKM oft dann in Betracht gezogen wird, wenn eine höhere Temperaturbeständigkeit oder eine breitere chemische Verträglichkeit erforderlich ist.
Materialnamen allein reichen jedoch nicht aus. Verschiedene Compounds auf Basis desselben Grundpolymers können unterschiedliche Formulierungen und Leistungsbereiche aufweisen.
Daher sollte ein Lieferant in der Lage sein, detaillierte Materialinformationen bereitzustellen, anstatt lediglich zu behaupten, ein Produkt sei „ölbeständig“.

Temperatur beeinflusst die Auswahl
Temperatur ist ein weiterer Faktor, der am tatsächlichen Dichtungsstandort überprüft werden muss.
Die Temperatur der Maschine selbst stellt nicht zwangsläufig die Temperatur dar, der die Dichtung ausgesetzt ist. Eine Dichtung, die nahe einem Lager, einem Motorkomponenten, einem hydraulischen Kreislauf oder einer Hochgeschwindigkeitswelle installiert ist, kann erheblich andere Bedingungen erfahren.
Bei erhöhten Temperaturen können sich die Eigenschaften von Elastomeren im Laufe der Zeit verändern. Bei niedrigen Temperaturen kann die Flexibilität zum Problem werden.
Der richtige Ansatz besteht darin, die normale Betriebstemperatur, mögliche Temperaturspitzen und die Einwirkdauer zu berücksichtigen, anstatt ein Material allein anhand einer Nenntemperatur auszuwählen.
Bewegung bestimmt die Dichtungsstruktur
Ein Dichtungsring, der in einer statischen Verbindung eingesetzt wird, steht vor einem anderen Problem als einer, der um eine bewegte Welle installiert ist.
Bei statischer Dichtung sind Kompression und Materialverträglichkeit wichtig. Bei dynamischen Anwendungen gewinnen Reibung, Verschleiß, Oberflächenzustand, Schmierung und Bewegungsgeschwindigkeit deutlich an Bedeutung.
O-Ringe beispielsweise können sowohl in statischen als auch in dynamischen Anwendungen eingesetzt werden; allerdings müssen Gestaltung der Nut, Kompression, Spiel, Schmierung und Bewegungsbedingungen jeweils auf die konkrete Anwendung abgestimmt sein.
Deshalb liefert die bloße Anfrage bei einem Lieferanten nach „einem O-Ring dieser Größe“ möglicherweise nicht genügend Informationen für eine anspruchsvolle industrielle Anwendung.
Druck und Spiel sollten gemeinsam betrachtet werden
Druck kann eine Elastomer-Dichtung in eine vorhandene Freistelllücke verformen.
Mit steigendem Druck gewinnt die Extrusionsbeständigkeit zunehmend an Bedeutung. Die Nutabmessungen, die Materialhärte, die Freistellung und der Druck wirken gemeinsam darauf ein, ob die Dichtung stabil bleibt.
In einigen Anwendungen kann eine härtere Werkstoffmischung oder ein Stützring in Erwägung gezogen werden, um die Extrusion zu kontrollieren.
Druck darf daher niemals unabhängig von der Einbaugeometrie bewertet werden.
Die Einbauumgebung ist wichtiger, als viele Einkäufer erwarten.
Ein Dichtungsring kann korrekt spezifiziert sein, aber bereits während des Einbaus beschädigt werden.
Scharfe Kanten, falsche Schmierung, übermäßiges Dehnen, Verdrehen, verschmutzte Nuten oder ungeeignete Werkzeuge können die Dichtfläche beschädigen, noch bevor die Anlage in Betrieb genommen wird.
Für industrielle Beschaffung ist es daher sinnvoll zu erfragen, ob der Lieferant dimensionsbezogene Angaben und Einbauanleitungen für die ausgewählte Dichtung bereitstellen kann.
Ein Lieferant, der die Installationsumgebung versteht, kann oft Risiken identifizieren, die allein aus der Produktdarstellung nicht ersichtlich sind.
Die Lieferantenauswahl sollte einer technischen Auswahl folgen.
Sobald die Betriebsbedingungen klar sind, wird die Bewertung der Lieferanten deutlich einfacher.
Ein geeigneter Lieferant sollte praktische Fragen beantworten können, wie etwa:
Welches Material wird für das angegebene Medium empfohlen?
Welcher Temperaturbereich ist für die Dichtungsmasse geeignet?
Ist das Produkt für statische oder dynamische Dichtungen geeignet?
Welche maßlichen Normen sind verfügbar?
Kann die Chargenkonstanz kontrolliert werden?
Wie erfolgt die Prüfung von eingehenden Materialien und fertigen Dichtungen?
Das Ziel besteht nicht darin, einen Lieferanten mit dem umfangreichsten Katalog zu finden. Vielmehr geht es darum, einen Lieferanten zu identifizieren, der die Anwendungsbedingungen mit der richtigen Dichtungslösung verbinden kann.
Für industrielle Einkäufer basiert daher eine gute Dichtentscheidung auf dieser Reihenfolge:
Anwendung → Betriebsbedingungen → Dichtungsdesign → Werkstoff → Abmessungen → Lieferantenkompetenz.
Diese Reihenfolge verringert das Risiko, eine Dichtung ausschließlich nach Preis oder Optik auszuwählen.
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