Die wichtigsten Typen von ölschlingen können verstanden werden, indem man betrachtet, wie sie aufgebaut sind und welches Problem sie lösen sollen. Zu den gängigen radialen Öldichtungsprofilen zählen Einlippen- und Zweilippenausführungen wie SC und TC; andere Bauformen wurden für unterschiedliche Einbaubedingungen, Verschmutzungsgrade, Drücke, Drehzahlen oder Bewegungsmuster entwickelt.
Es gibt keine einzige „Standard-Öldichtung“, die für jede Maschine geeignet ist. Das Profil wird normalerweise entsprechend der Bewegungsart der Welle und den Anforderungen des Dichtbereichs ausgewählt.
Einlippen- und Zweilippenausführungen
Eine der einfachsten Möglichkeiten, Öldichtungsarten zu verstehen, besteht darin, die Anzahl der funktionalen Lippen zu betrachten.
Eine Einlippen-Dichtung konzentriert sich hauptsächlich darauf, das Schmiermittel in der Nähe der Welle zu halten.
Eine Zweilippen-Ausführung fügt außerhalb der Hauptdichtlippe eine sekundäre Staublippe hinzu. TC ist ein bekanntes Beispiel: Die Hauptlippe ist für die Schmiermittelerhaltung zuständig, während die äußere Lippe das Eindringen von Staub und anderen Verunreinigungen verringert.
Dieser Unterschied ist hilfreich bei der Auswahl einer Dichtung für die jeweilige Einsatzumgebung.
Eine relativ saubere Maschine erfordert möglicherweise nicht denselben Schutz vor Verunreinigungen wie Geräte, die im Freien oder in staubiger bzw. schmutziger Umgebung betrieben werden.
Konstruktionen mit gummiüberzogener Außenfläche und freiliegendem Metall
Öldichtungen können sich auch hinsichtlich der Konstruktion ihres Außendurchmessers unterscheiden.
Einige Ausführungen weisen einen gummiüberzogenen Außendurchmesser auf, während andere eine stärker freiliegende Metallhülse verwenden.
Ein gummiüberzogener Außendurchmesser kann die Dichtwirkung zwischen Dichtung und Gehäuse verbessern und ist nützlich, wenn die Gehäusebedingungen oder Montageanforderungen diese Bauart vorsehen.
Metallgehäuseausführungen hingegen führen zu einem anderen Montageverhalten und zu anderen maßlichen Eigenschaften.
Wichtig ist, dass der Außendurchmesser nicht bloß ein optischer Unterschied ist: Er beeinflusst, wie die Dichtung mit dem Gehäuse interagiert.
Federbelastete Öldichtungen
Viele radiale Öldichtungen verfügen über eine Gummiringfeder (Garter-Spring) um die Dichtlippe.
Ihr Zweck ist es, den radialen Kontakt zwischen der Lippe und der rotierenden Welle aufrechtzuerhalten. Trelleborg beschreibt herkömmliche radiale Öldichtungen als Konstruktionen mit einer gummierten Dichtlippe, einem Metallgehäuse und einer Spannfeder; Versionen sind sowohl mit als auch ohne externe Staublippe erhältlich.
Federbelastete Ausführungen sind verbreitet, da die Wellendrehung, die Elastizität des Gummis, Temperaturänderungen und Verschleiß sämtlich den Kontaktzustand an der Lippe beeinflussen können.
Die Feder trägt dazu bei, die erforderliche Kontaktkraft bei sich ändernden Betriebsbedingungen aufrechtzuerhalten.
Öldichtungen für verschiedene Arten von Bewegung
Nicht jede Dichtungsanwendung umfasst eine einfache kontinuierliche Rotation.
Rotierende Wellendichtungen sind für rotierende Komponenten vorgesehen, doch gibt es auch Dichtprodukte für oszillierende oder hin- und herbewegte Bewegung.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich eine Dichtlippe bei kontinuierlicher Wellendrehung anders verhält als bei einer hin- und herbewegten Stange.
Das Portfolio von Trelleborg für Dreh- und Wellendichtungen umfasst beispielsweise radiale Öldichtungen sowie Produkte, die für andere Bewegungsmuster und Dichtanordnungen konzipiert sind.
Die Auswahl einer Dreh-Öldichtung für eine Hubanwendung allein aufgrund ähnlicher Abmessungen kann daher Probleme verursachen.
Spezial-Öldichtungen
Neben herkömmlichen radialen Gummidichtungen gibt es Konstruktionen mit anderen Materialien und Aufbauten für anspruchsvollere Bedingungen.
PTFE-basierte Drehdichtungen können beispielsweise dort in Betracht gezogen werden, wo chemische Beständigkeit, Hochgeschwindigkeitsbetrieb oder andere spezielle Anforderungen eine herkömmliche Elastomer-Dichtung weniger geeignet machen.
Es gibt zudem Hochleistungs-Dichtungen, mechanische Öldichtungen, V-Ringe und weitere Lösungen für Drehdichtungen.
Diese Produkte dürfen nicht als austauschbare Varianten derselben Öldichtung betrachtet werden. Jede Bauart löst ein etwas anderes Dichtungsproblem.
Wie wählt man den richtigen Öldichtungstyp aus?
Ein nützlicher Ansatz bei der Auswahl einer Wellendichtringdichtung besteht darin, mit der Maschine und nicht mit dem Katalognamen zu beginnen.

Frage:
Was bewegt sich?
Handelt es sich um eine kontinuierlich rotierende Welle, eine schwingende Welle oder einen hin- und herbewegten Kolbenstange?
Was muss im Inneren verbleiben?
Öl, Fett, Hydraulikflüssigkeit oder ein anderes Medium?
Was befindet sich außerhalb der Dichtung?
Saubere Luft, Staub, Wasser, Schlamm oder abrasive Partikel?
Wie stark sind die Betriebsbedingungen?
Berücksichtigen Sie Temperatur, Drehzahl, Druck, Schmiermittel, Wellenzustand und verfügbaren Einbauraum.
Sobald diese Faktoren bekannt sind, lässt sich das geeignete Profil deutlich leichter identifizieren.
Deshalb enthalten Öldichtkataloge viele Profile statt eines universellen Designs. Die Unterschiede zwischen SC-, TC- und speziellen Rotationsdichtungen sowie PTFE-basierten Dichtungen und anderen Konstruktionen sind nicht bloß Namensvarianten – sie spiegeln unterschiedliche Methoden wider, um Leckagen zu kontrollieren und die Dichtstelle zu schützen.
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