In Robotervision-Systemen bestimmt die Sauberkeit der Linse direkt die Bildqualität. Doch viele Ingenieure übersehen ein entscheidendes Detail: Extrahierbare Stoffe aus abdichtenden O-Ringen können die optische Oberfläche kontaminieren. Um dieses Problem zu lösen, müssen drei Aspekte berücksichtigt werden – Materialauswahl, Prozesskontrolle und konstruktives Design.
Materialauswahl: Die richtige Dichtung wählen
Fluorkautschuk (FKM) oder Perfluorelastomer (FFKM): Diese Materialien setzen unter Hochtemperatur-, Vakuum- und Reinraumbedingungen minimale extrahierbare Substanzen frei. FFKM bietet eine hervorragende chemische Stabilität für anspruchsvolle Umgebungen.
PTFE-ummantelte O-Ringe: Empfohlen für Anwendungen, die eine noch höhere Inertheit erfordern.
Vermeiden Sie NBR oder VMQ: Nitril- und Silikonkautschuke neigen dazu, Weichmacher oder Silikonöle freizusetzen, die optische Oberflächen verunreinigen können.
Prozesskontrolle: Vorinstallationssäuberung
Vor der Installation sollten O-Ringe einer Ultraschallreinigung, Spülung mit hochreinem IPA und Vakuumtrocknung unterzogen werden, um Formtrennmittel und Öle zu entfernen. Einige Hersteller liefern O-Ringe, die bereits im Reinraum vorbehandelt wurden und direkt in Umgebungen der Klasse 100 eingesetzt werden können.
Konstruktiver Schutz: Isolation für Sicherheit
PTFE-Barrieren zwischen Linse und O-Ring einbauen oder Doppeldichtungen mit Entlüftungskammern verwenden, um Extraktablen von der optischen Oberfläche fernzuhalten. Selbst bei geringer Ausgasung bleibt die Bildfläche unbeeinträchtigt.
Umwelt- und Betriebsstabilität
Niedrige Luftfeuchtigkeit und eine stabile Temperatur aufrechterhalten, um thermische Ausdehnung oder Rissbildung von Dichtungsmaterialien zu verhindern. Periodisches Vakuumbacken bei 80–120 °C für 2–4 Stunden beschleunigt die Freisetzung von restlichen flüchtigen Bestandteilen und verringert langfristige Kontaminationsrisiken.
Zusammenfassung und Empfehlungen
Um Linsenkontamination wirksam zu verhindern, ist eine kombinierte Strategie erforderlich:
Geeignete Dichtungsmaterialien auswählen (FKM oder FFKM, gegebenenfalls mit PTFE-Umhüllung).
Gründliche Reinigungs- und Vorbehandlungsverfahren anwenden.
Isolationsstrukturen in das Dichtungskonzept integrieren.

Ein reiner Materialwechsel ohne Reinigung oder strukturelle Optimierung kann weiterhin zur Anreicherung von Kontamination führen und letztendlich die Bildgenauigkeit und Wiederholbarkeit in Robotervision-Systemen beeinträchtigen.
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